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Die Vaterschaft ist stets ungewiss
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Der Artikel belegt, besonders in den Stellen die dies widerlegen sollen, dass Stiefvater/ -mutter nicht funktioniert. Der nichteigenelterliche Partner eines Elternteiles kann nur als Teil der Sippe positiv sein.

Besonders hizuweisen ist auf den Vergleich zur von der Natur (Pheromone,MHC-Proteine des Immunsystems) vorgebenen, aber zu oft ignorierten menschlichen Partnerwahl

Artikel (Die Presse)

Mann ist schnell betrogen

Bei Fischen kennen die Männchen Strategien, um ihre Vaterschaft zu überprüfen. Die Vorstufe der DNA-Tests? Eine biologische Gratwanderung.

Von Thomas Kramar

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Die Vaterschaft ist stets ungewiss | (c) epa (Datta)

Es gibt Typen, die kümmern sich väterlich um ihren Nachwuchs, und solche, die lieber anderen Vätern Hörner aufsetzen. Erstens die "Schleicher", die auf eine günstige Gelegenheit warten, um - sagen wir es derb - ihren Samen loszuwerden. Zweitens solche, die man "Satelliten" nennt: Sie ahmen weibliches Aussehen und Verhalten nach und täuschen so ihre Geschlechtsgenossen über ihre wahren, durchaus heterosexuellen Absichten. So werden diese zu "Vätern" von Kindern, die nur scheinbar von ihnen sind. Wie können sie sich dagegen wehren?

Das ist Thema einer soeben in Nature (422, S. 716) erschienenen Arbeit von Bryan D.Neff, einem Biologen an der University of Western Ontario. Titel:
"Entscheidungen über väterliche Obsorge in Reaktion auf festgestellte Vaterschaft". Es geht nicht um Menschen, sondern um Fische, blaue Sonnenbarsche. Bei diesen gibt es tatsächlich zwei "Lebensstile" für Männchen. Dabei sind die "väterlichen" ("parental") Männchen gar nicht monogam: Nachdem sie ein Nest gebaut haben, balzen und laichen sie an einem Tag mit vielen Weibchen. Dann kümmern sie sich um die Eier, bis die Jungen nach drei Tagen schlüpfen. Diese verteidigen sie gegen Räuber, bis sie nach fünf bis sieben Tagen das Nest verlassen.

Diese Obsorge bedeutet einigen Aufwand: In dieser Zeit können die Männchen nicht nach Futter suchen. Nur selten siegt der Hunger, und sie fressen einige der Eier oder Jungen. Im Durchschnitt verlieren sie ein Zehntel ihres Körpergewichts.
All das ersparen sich die Männchen, die - bewogen durch unbekannte, wohl auch genetische Faktoren - auf Nestbau und Kinderbetreuung durch andere Männchen setzen. Die Zoologen nennen sie "cuckolders", nach dem englischen Wort für "Hörner aufsetzen". Sie verfolgen, je nach Lebensalter, eine der beiden geschilderten Taktiken: Als "sneakers" (Schleicher) verstecken sie sich in der Nähe eines Nests, um bei günstiger Gelegenheit ihr Sperma auf die abgelaichten Eier eines Weibchens zu platzieren. In höherem Alter tarnen sie sich als Weibchen.

Kann man Zoologen verübeln, dass sie angesichts solcher Taktiken an menschliche Liebes- und Heiratssachen denken und entsprechende Wörter zur Beschreibung wählen? Wo ist die Grenze zu einer "Das-Tier-Mensch"-Ideologie a la Desmond Morris? Zu den fragwürdigen - wiewohl auf präzisen Beobachtungen fußenden - Vermenschlichungen des Konrad Lorenz? Der gab seinen Fischen noch Namen und notierte, welcher am "schneidigsten" sei. Vor solchen (allzu) menschelnden Beschreibungen hüten sich Zoologen heute. Aber ist es nicht auch ziemlich anthropomorph, von einem Fisch als "cuckold" (Hahnrei) zu sprechen?

Ist es. Und es ist auch so gemeint. Basis ist die Überzeugung, dass menschliches und tierisches Verhalten aus der Sicht der Biologie die gleichen Gründe haben: Sowohl Barsch-Männchen als auch Menschen-Männer entscheiden sich für Obsorge (oder dagegen), weil sie, ganz im Sinn ihrer (egoistischen) Ge

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