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Beschneidung der Frau als Folklore?
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Wo bleiben die Proteste???

Tradition über Gesetz
Ohne Beschneidung haben Frauen in Afrika oft keine Zukunft - Österreich bietet Asyl. Von Gastautorin Agnes Hellmuth.

Regelungen die Genitalverstümmelung verbieten, werden in vielen afrikanischen Ländern ignoriert. Druck kommt von der eigenen Familie - die weibliche Genitalverstümmelung gilt als soziales Ritual und hygienische Maßnahme.

Nur beschnittene Frauen gelten in Senegal als heiratsfähig. Ohne Beschneidung kein Mann, ohne Heirat keine Versorgung und auch keine Zukunft. Unter sozialem und familiärem Druck werden Mädchen bis heute nach diesem alten Ritual in Afrika, Asien und dem Mittleren Osten verstümmelt. In Afrika allein sind rund 130 Millionen Mädchen und Frauen betroffen. Trauma, Blutungen und Tod durch Infektionen. Das sind nur einige der zahlreichen Folgen der weiblichen Genitalverstümmelung. Tradition geht dabei über Gesetz: Regelungen, die Verstümmelung verbieten, werden ignoriert.

Glasscherben als Werkzeug

Traditionelle Beschneiderinnen sind es, die mit Rasierklinge, Messer oder einer einfachen Glasscherbe die Beschneidung vornehmen – ohne Betäubung. Die jungen Mädchen werden festgehalten, damit sie sich nicht wehren können - üblicherweise von älteren Frauen, manchmal sogar von der eigenen Mutter. Ist die Beschneidung vorbei, werden ihre Beine bis zu 40 Tage lang zusammengebunden. Das soll die Heilung beschleunigen und verhindern, dass die Wunde wieder aufreißt.

Weltweit sind jährlich zwei Millionen Mädchen von Genitalverstümmelung bedroht. Nach der Beschneidung ist nichts mehr wie vorher. Das Hoffen auf ein rasches Heilen der Wunde ist oft vergebens. Für viele endet die Tortur tödlich, wenn es zu Schockzuständen und Infektionen kommt. Langzeitfolgen sind immer wiederkehrende Blutungen, eitrige Wunden, chronische Infektionen und Nerventumore. Geschlechtsverkehr ist schmerzhaft oder nur nach Aufschneiden des zugenähten Geschlechtsorgans möglich. Verheiratete Frauen werden durch die ungeschickten Schnitte ihrer Ehemänner oft schwer verletzt. Das Risiko einer HIV-Infektion während des Geschlechtsverkehrs ist für verstümmelte Frauen erhöht.

Österreich bietet Asyl

Zum Glück gibt es Ausnahmen. Der zweijährigen Awa S. wird ein Leben mit chronischen Schmerzen und psychischen Schäden erspart bleiben. Sie hat in Österreich Asyl bekommen. Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) setzt sich dafür ein, dass Personen, die vor Verfolgung wegen Geschlecht, politischer Gesinnung, Rasse oder Religion fliehen, gleichermaßen geschützt werden. In Awas Heimatland Somalia wäre sie bereits alt genug, um beschnitten zu werden. Jetzt ist in Sicherheit. Die Eltern sind mit ihr geflohen, um sie vor Genitalverstümmelung zu schützen. Denn in Somalia wird die grausamste Form dieser Verstümmelung – die Pharaonische Beschneidung oder Infibulation - praktiziert: Mädchen, meist erst zwei bis 13 Jahre alt, werden dabei die Klitoris und die großen Schamlippen entfernt. Die offene Wunde wird anschließend mit Dornen, Nadeln und Fäden verschlossen. Nur eine kleine Öffnung bleibt frei – oft nicht einmal groß genug, damit Urin und Menstruationsblut abgehen können.

Menschenrechtsverletzung

Die österreichischen Behörden sehen Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung an und liegen damit im Trend mit anderen Ländern. Awa ist die dritte Afrikanerin, der Asyl wegen drohender Genitalverstümmelung gewährt wurde. Ein wichtiges Zeichen im Kampf gegen die Verstümmelung. Gelingt es einer Frau, aus einem Land zu fliehen, das keinen Schutz vor Genitalverstümmelung bietet, muss man handeln. Die Verstümmelung

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