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Frau sein, Mann sein, Kind sein
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Bei einer Besprechung mit einem Freund/Universitätsprofessor und als Wirtschaftsrechtsexperte, selbständig äußerst erfolgreich, sage ich diesem, dass er und seine Kinder mit seiner ersten Frau ein großes Glück haben, weshalb sowohl seine Kinder wie auch er überdurchschnittlich unterwegs seien.

Das ist ganz schön und gut, wenn Du das sagst, aber was meinst Du damit konkret? Warum?

Deine Frau hat auch während und nach der Scheidung, völlig unabhängig von den wechselseitigen Gerichtsverfahren, von Dir als Mann, der ihre Kinder zeugte, eingefordert hat, dass Du, weil Du diese Kinder zeugen durftest, Dich auch um diese Kinder kümmerst.

Deinen Vater hätte niemand gefragt, der hätte auch nicht gewusst was er tun soll, er hätte es auch nicht getan. Du hast für Deine Kinder Dich um die Schule und anderes bemüht, aber nicht als Vater der Kinder, sondern für Deine Exfrau, weil sie es forderte. Daß Deine zweite Frau sich auch großartig in diesem Zusammenhang verhielt, ist dabei ein positiver Nebeneffekt. Deinen Kindern wurde so unbewusst vor Augen geführt, dass es für die Mutter einen Sinn machte, mit Dir sie zu zeugen und damit wurden sie in ihrer Identität gestärkt.
Ich treffe 10 Minuten später in einem Kaffeehaus ein ca. 20-jähriges Mädchen, das Medicus, einen Roman, liest und ich frage sie, warum sie genau dieses Buch liest.
Sie antwortete, dass sie dieses Buch schon mehrmals gelesen habe, dass sie ursprünglich Medizin studierte, als sie sich aber der negativen Berufsaussichten bewusst wurde, habe sie dann zu Publizistik, in der Kombination mit einer Sprache, gewechselt. Aber auch damit will sie im Sommer aufhören, weil Publizistik, das heißt auch Zeitungswissenschaften, zu sehr auf Zeitungen, nicht auf die neuen Medien, orientiert ist. Sie habe deswegen Medizin studiert, weil sie helfen wollte. Was sie in Zukunft tun werde, wisse sie nicht. Ich fragte sie, ob sie ein Scheidungskind sei, was sie bejahte. Sie erklärte, dass sie das Helferbedürfnis schon vor der Scheidung hatte, so als wäre die Scheidung der Beginn und nicht ein Zwischenschritt der emotionellen Instabilität, vorsichtig ausgedrückt. Wir tauschen Emailadressen und Handynummern aus, da es sich vielleicht aus dem psychosomatisch-publizistischen Aspekt unserer Tätigkeit eine Zusammenarbeit ergeben könnte.
Wiederum kurz darauf treffe ich ebenfalls zu einer beruflichen Besprechung mit einem Universitätsprofessor, der ebenfalls als Experte auch selbständig äußerst erfolgreich ist. Die Tochter eines schon längst verstorbenen Primararztes, der allerdings früh verstorben ist (Chirurg) und einer HNO-Ärztin, die mittlerweile in Pension ist, geht an uns vorbei. Sie sieht mich nicht. Er sieht sie nicht. Ich frage, ob er sie (namentlich) kenne. Er verneint, aber es könnte sein, dass er sie vom Sehen kenne. Etwas später sieht er von der Entfernung eine Frau, deutet auf diese und fragt ob das sie sei, die ich meine. Ich schaue hin und sage ja.
Sie war mit dem Sohn eines der reichsten Statiker von Salzburg zusammen, dem relativ viele Liegenschaften in der Altstadt von Salzburg, sofern er noch lebt, gehören, ansonsten gehörten, verheiratet, nachdem sie zuerst mit einem Wohnungsgenossen von mir, der Zahnarzt ist, liiert war.
Von dieser Trennung ist mir in Erinnerung, eine Schilderung von ihr, dass dieser, mit Schäferhund in der einen und dem Nerzmantel in der anderen Hand, von dannen zog.
Dieser Statiker hatte zwei Söhne und hat, übrigens wie im Fall Mayer-Melnhof, das war der reichste Österreicher, gemessen am Grundbesitz, ähnlich gelagert, verkündet, der Sohn, der den ersten Enkel bringt, wird der Haupterbe. Darauf entbrandte ein Wettkampf unter den beiden Schwägerinnen, welcher damit endete, dass beide kinderlos blieben. Eva ist mittlerweile mit ihrer Ordination, macht Zahnregulierungen, von Salzburg nach Wien übersiedelt und lebt mehr oder minder, gemessen an ihren ursprünglichen Ansprüchen und Absichten, allein. Sie hat übrigens im Rahmen ihrer Ordinationseinrichtungstätigkeit etc. von Geschäftspartnern, Denkunmögliches erhalten, weil die schlicht
aufgegeben haben oder es als sinnlos erkennen mussten, begründet und rechtlich nachvollziehbar zu argumentieren. So wurde die Emotion der Maßstab, dem alle Regelungen dieser Geschäftsbeziehungen zugrunde lag, was für Eva, wie für jede Frau, selbstverständlich positiv ausging und sich die Männer dabei auch ganz wohl fühlten, denn sie hatten es ja für eine Frau und nicht eine Geschäftspartnerin getan. Wenn sie es berechnend gemacht hätte und nicht in der vollen subjektiven Überzeugung im Recht zu sein, dann hätte das nicht funktioniert. Ich erzähle dem Professor, dass seine Sekretärin, die mir anlässlich eines Telefonanrufes, bei dem sie mir erzählt hat, dass sich Praktikantinnen bei ihm vorstellen würden, und ich bemerkte, dass er sich dann wohl eine geeignete aussuchen würde, mit "er hat ja mich" reagierte, unsere Mails nicht weiterleitet, sondern uns, da wir anonym untereinander auftreten und es jedem selbst überlassen bleibt sich zu outen, sich mit Rückmails "schützend" vor ihren Chef stellt und dringend auffordert, die Zusendung derartiger Mails zu unterlassen. Er war völlig erstaunt, dass er kein einziges dieser Mails zu Gesicht bekam, wir waren dann beide über die viktorianische Zensur erheitert, da in unseren Mails nichts "Pikantes" enthalten ist und die Wortwahl in der Relation zu derzeit üblichen Magazinen, Theaterstücken auf den Bühnen der Hochkultur, Musik etc. geradezu als harmlos bezeichnet werden muß.
Ich eilte weiter zu Ricardo Muti und der Mozartoper "Cosi fan tutte", die ich bis zu diesem Zeitpunkt zwar namentlich, aber inhaltlich nicht kannte. Die Musik war mir selbstverständlich bekannt.
Die Tenöre haben im Gegensatz zu früher im ersten Akt nicht mehr wie üblich mit den Händen gerudert und hatten auch durchaus optisch attraktive Figuren und kamen nicht, wie ebenfalls früher üblich, wie Sumoringer daher, im zweiten Akt begannen auch sie wieder wie in alten Zeiten, mit den Händen zu rudern und zu wackeln, was der ganzen Darbietung mehr als einen Anflug von Lächerlichkeit gab.

Cosi fan tutte, geschrieben 1790 bzw. uraufgeführt 1790, komponiert von einem Mozart, der nur ordinärst, pornografisch sich ausdrückte, was einerseits allgemein bekannt, aber auch ebenso als allgemein unbekannt ist, hat nichts anderes zum Inhalt als alle gehen fremd, die Zweierbeziehung ist ein Unsinn, aber Happy End ist, wir leben die Zweierbeziehung und wissen darum, dass alle es machen, nämlich fremd gehen. Wobei sich der Titel und die Oper nur auf die Frauen bezieht.

Nicht einmal mehr irritierend ist, das bin ich schon aus diversen anderen Premieren gewohnt, dass zwischen der Löwinger-Bühne in Österreich bzw. der Millowitsch-Bühne in Köln etc. und dem Publikum bei derartig "hochkulturellen" Veranstaltungen mit Ausnahme der Kleidung kein gravierender Unterschied im Niveau besteht. Bei genau denselben dämlichen slabstickartigen "Einlagen" erfolgt das gleiche Gelächter.
Eindeutig präsentieren sich die Sängerinnen als dämliche Tussies und spielen sich mit der größten Begeisterung in die Rolle weiblicher Vollidioten, auch ein Phänomen, dass man auf allen Bühnen antrifft.
Händeringend versuchen sie ihrem sich aus ihrer Darstellung ergebenden, emotionellen Untergang zu entgehen und präsentieren sich wie keuchende 70-jährige, 100-kg-schwere Frauen, prustend in einem 10-cm-hohen Kinderbecken sitzend und planschend, wobei allerdings eher das Zitat Thomas Bernhards, das, ob mit oder ohne Wissen des Zitats von Thomas Bernhard, vor kurzem der Eigentümer und Chef des erfolgreichen Getränkevermarkters Red Bull, ebenfalls äußerte "lieber mit einer jungen 90-Jährigen als mit einer alten 19-Jährigen am Tisch" in der Nichtbühnenrealität zutrifft.

Mit meiner knapp 30-jährigen Begleiterin ging ich danach in das nebenliegende Lokal und im Zuge des Gesprächs fiel auch das Wort "ficken".

Ich sagte, ich

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