Home > Gespräche > Bemuttert die Mutter den Vater? Naaaaaa
Bemuttert die Mutter den Vater? Naaaaaa
Fragebogen/Test/Rat !!!

Am strahlend schönen Sonntag morgen, ging ich über einen Platz und höre hinter mir ein Auto kommen. Ob es Pheromone - im Volksmund Ausstrahlung genannt - waren, wird man nie feststellen können, jedenfalls drehte ich mich um und sah in ca. 30 m Entfernung einen schwarzen Golf, die rückwärtigen Scheiben dunkel verspiegelt, einbiegen und dann stehenbleiben. Ein junger Mann mit einer großen Umhangtasche stieg aus, der Beifahrersitz wurde nach vor gekippt, eine junge Frau, ebenfalls mit einer Umhängetasche, schälte sich heraus.

Ich realisierte die beiden Bubis, die sogenannten Checker, vorne und die Mami hinten.

Die Frau umfasste den um einen Kopf größeren Mann am Nacken und küsste ihn, dieser packte seine Umhangtasche und ging ins Haus. Sie packte ihre Tasche und ging in die andere Richtung. Das Auto fuhr weg.

Die Frau trug sichtbar schwer unter der Last der Tasche. Mich interessierte was hinter dieser Szene steckte, ging dieser Frau nach. Nach mehreren Querstrassen holte ich sie ein und bot ihr an, ihre Tasche zu tragen, was sie ablehnte.

Ich fragte sie, warum sie nicht von einem der beiden jungen Männer nach Hause gebracht wurde, warum sie ihre Tasche selbst trägt. Sie war erstaunt und irritiert.

Sie erklärte, sie wären gerade angekommen, am Weg in die Stadt hätten sie entschieden, wo es günstiger gewesen wäre stehen zu bleiben, sie selbst habe an der Entscheidung mitgewirkt, eben vor dem Haus, der Wohnung ihres Freundes, das war der aussteigende Beifahrer.

Der Freund habe Geburtstag und würde nachkommen, sie sei nur schon in ihre Wohnung vorausgegangen.

Ich fragte sie dann, ob ihre Mutter Hausfrau wäre was sie bejahte. "Bemuttert ihre Mutter, ihren Vater?" Darauf die Antwort: "Naaaaaaa". Auf die Frage, ob sie Geschwister habe, ja eine Schwester. Sie selbst studiere Medizin. Der Vater sei kein Mediziner. Ich erklärte, daß wir uns damit auseinandersetzen, wie Familie, Sexualität und psychosomatische Krankheiten bzw. Verhaltensweisen zusammenhängen und daß diese beiden jungen Männer aufgrund dieses Verhaltens gegenüber einer jungen Frau,
Bermutterung, im Leben keine Chancen mehr hätten.

Die Tasche war übrigens so schwer, daß auf diesen nur wenige Strassen langen Weg die Tasche mehrmals die tragende Schulter gewechselt werden mußte.

Ich wünschte ihr einen schönen Tag und ging.

Am Rückweg ging ich an einem Stand vorbei, an dem zwei junge Frauen Spenden für eine Künstlerinitiative sammelten. Ich blieb stehen, spendete und fragte, noch immer den Eindruck des zuvor Gesehenen und Gehörten eine der jungen Frauen, ob sie auch ihren Freund bemuttere. Sie erwiderte, er kocht für sich und auch für mich. Dann setzte sie hinzu, aber ich wasche ihm seine Wäsche. Ich fragte sie, ob sie sich vorstellen könnte, daß Sharon Stone im Film für ihren Angebeteten die Wäsche wäscht. Sie antwortet: im Film vielleicht schon, aber im normalen Leben hat sie sicherlich eine Haushälterin.

Ich bemerkte, daß sie sich so einen Film wegen Schwachsinnigkeit nicht anschauen würde, wenn Sharon Stone bzw. die dargestellte Rolle, dem Liebhaber die Wäsche waschen würde. Da führte sie den Film "9 1/2 Wochen" an und verglich die masochistische Rolle der Schauspielerin Kim Basinger mit ihrer Rolle als wäschewaschende Freundin. Dass der gezeigte Masochismus dazu dient, die Unsicherheitsgefühle hinsichtlich der eigenen Lust zu verdrängen, ihr nicht aufgefallen, wohl aber dass es dann zu einer Emanzipation der in der Rolle gespielten Frau, dem Verschwinden des masochistischen Musters kam und sich die Macht auch sichtbar umkehrte. Dennoch blieb sie dabei, dass ihr Wäschewaschen den Sexualmustern des Films 9 1/2 Woche entspricht und fand das positiv.


Fragebogen/Test/Rat !!!
Admin